Die Berufsausbildung ist seit längerer Zeit einem Wandel unterworfen. Während es früher vor allem zwei Wege in das Arbeitsleben gab – die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule oder das Studium – gibt es heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, aus denen Jugendliche nach der Schule wählen können.
Jährlich stellen sich für alle Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe die gleichen Fragen: „Was möchte ich werden?“, „Eigne ich mich für einen technischen Beruf oder möchte ich lieber mit Menschen arbeiten?“ und „Wie finde ich den richtigen Ausbildungsbetrieb?“. Im Land Brandenburg gibt es viele Wege, die in das Berufsleben führen: Das duale betriebliche Ausbildungssystem, die Ausbildung im Kooperativen Modell oder die Berufsfachschule nach Landesrecht. Zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es auch in den freien Berufen (z. B. bei Steuerberatern/innen oder Rechtsanwälten/innen) oder in den Gesundheitsfachberufen und im sozialen Bereich.
Im Jahr 2003 haben ca. 10.300 Schülerinnen und Schüler im Land Brandenburg eine betriebliche Ausbildung im Dualen System – in Betrieb und Berufsschule – begonnen. Weitere 2.500 Jugendliche starteten ihren ersten Schritt in das Berufsleben mit einer betriebsnahen Ausbildung und ebenfalls 2.500 im Kooperativen Modell. 4.500 junge Frauen und Männer erlernten ihren Beruf in einer außerbetrieblichen Ausbildungsstätte. Vollzeitschulische berufliche Ausbildungsgänge an Berufsfachschulen und Fachoberschulen wurden von 3.900 Schülerinnen und Schülern besucht. Weitere 1.200 gingen an staatlich anerkannte Ausbildungsstätten, um einen Fachberuf des Gesundheitswesens zu erlernen. Wichtig für Schülerinnen, Schüler und Eltern: Rechtzeitig mit dem Sammeln von Informationen beginnen, spätestens mit dem Beginn der neunten Klasse, besser früher. Welche Möglichkeiten der Planung des zukünftigen Lebensweges nach dem Abschluss der 10. Klasse bestehen, zeigt die nachfolgende Tabelle:
Dabei ist die Zahl der zur Wahl stehenden Berufe groß: Allein im Land Brandenburg können die Schülerinnen und Schüler zwischen rund 300 Ausbildungsberufen wählen. Sie reichen vom Anlagenmechaniker/in und Altenpfleger/in über Landwirt/in und Mediengestalter/in bis zum/r Zweiradmechaniker/in oder Zahnmedizinischen Fachangestellten. Die Zahl der angebotenen Berufe variiert von Jahr zu Jahr, denn nicht in jedem Jahr stellen alle ausbildenden Betriebe neue Lehrlinge ein. Ausbilden ist wichtig! Damit soll allen Jugendlichen der Start in das Berufsleben ermöglicht und der Bedarf an Fachkräften im Land Brandenburg in Zukunft gesichert werden. Denn die demografische Entwicklung – speziell im Osten Deutschlands – wird dazu führen, dass in Zukunft in einigen Regionen und Berufen ein Fachkräftemangel entstehen wird. Deshalb müssen jetzt die Chancen ergriffen werden. Etwa 270 dieser Berufe werden im Rahmen des Dualen Systems ausgebildet. Dazu gehören auch Berufe im öffentlichen Dienst (Angestellte und Arbeiter) und im Agrarbereich. Hinzu kommen im Land Brandenburg 16 Fachberufe des Gesundheitswesens, vier soziale Berufe, 14 Assistentenberufe und zahlreiche Helferberufe bei Freiberuflern.
Die Zahl der anerkannten Ausbildungsberufe wächst, denn die Arbeitswelt verändert sich unter dem Einfluss des enormen technischen Wandels und der Globalisierung ständig. Als Folge entstehen jährlich eine Vielzahl neuer Berufsbilder und damit auch neue Ausbildungsberufe.
Der Weg in die Berufsausbildung nach der 10. Klasse bedeutet im Land Brandenburg nicht automatisch den Verzicht auf ein Studium. Denn nach einer Berufsausbildung besteht die Möglichkeit, über die Fachoberschule und die Fachschule ein Studium an einer Fachhochschule zu absolvieren. Der direkte Weg zu einem Studium führt aber nach wie vor über die gymnasiale Oberstufe oder die Fachoberschule.
Berufsabschlüsse sind wichtig! Es werden immer weniger Arbeitsplätze für Ungelernte angeboten. Die Tätigkeiten in den Unternehmen verlangen nach höherer Qualifikation. Ungelernte werden schneller arbeitslos und haben kaum Chancen für einen beruflichen Aufstieg. Auch Schüler-Praktika sind häufig ein guter Weg, um sich Klarheit über die eigenen Berufswünsche zu verschaffen oder um den zukünftigen Ausbildungsbetrieb kennen zu lernen. Bei den jungen Männern stellt sich zusätzlich die Frage nach dem Wehr- oder Zivildienst. Die Zeit direkt nach der Schule kann auch als Orientierungsphase genutzt werden, die sich eventuell mit einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr sinnvoll überbrücken lässt. Kostenpflichtige Angebote an Ersatzschulen Viele staatliche Bildungsangebote gibt es auch an Ersatzschulen (Schulen in freier Trägerschaft). Auch wenn die Angebote dieser Schulen die gleichen sind wie an öffentlichen Schulen und dafür die gleichen Förderbedingungen gelten, ist zu beachten, dass diese Schulen Schulgeld verlangen. Oft entscheiden sich Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern für diese Angebote, z. B. weil nicht sofort andere Ausbildungsmöglichkeiten zu finden sind. Dabei wird jedoch häufig die Belastung durch das Schulgeld unterschätzt. Auf eine genaue Vertragsgestaltung und Einhaltung der Verträge ist zu achten.
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