Die betriebliche Ausbildung

Die Berufsausbildung im dualen System mit staatlich anerkanntem Abschluss ist der bekannteste Weg in den Beruf.

Die Ausbildung findet an zwei Lernorten, im Betrieb und in der Berufsschule statt, deshalb spricht man vom dualen System. Die Inhalte der Ausbildung in Betrieb und Berufsschule sind miteinander verzahnt, wobei der Betrieb mehr für die Praxis, die Berufsschule stärker für die Theorie zuständig ist. Betrieb und Berufsschule tragen gemeinsam zu einer guten Qualifizierung der Jugendlichen bei.

Das duale System bietet eine solide Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Derzeit wird im Land Brandenburg in rund 300 Berufen im dualen System ausgebildet.

Die Ausbildungsdauer in den anerkannten Ausbildungsberufen ist nicht einheitlich. Sie reicht von zwei bis zu dreieinhalb Jahren und wird in der jeweiligen Ausbildungsordnung festgelegt. Die Ausbildung kann unter besonderen Voraussetzungen – z. B. bei bestimmten Schulabschlüssen, entsprechenden Leistungen während der Ausbildung – verkürzt werden. Bei verschiedenen zweijährigen Ausbildungsberufen besteht die Möglichkeit, die Ausbildung in einem verwandten Beruf bis zu einer drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsdauer fortzusetzen.

Die Ausbildung im dualen System besteht zum großen Teil aus praktischer Arbeit unter Anleitung. Viele der Berufe fordern dabei nach wie vor eine Begabung für praktische Tätigkeiten, wobei theoretisches Wissen eine immer größere Rolle spielt. Den praktischen Teil übernehmen die Ausbildungsbetriebe. Der theoretische Teil findet als Berufsschulunterricht in den Oberstufenzentren (OSZ) statt.

Für die Ausbildung im Betrieb sind in den Ausbildungsordnungen bundesweit verbindliche Mindeststandards festgelegt. Ausbildungsordnungen werden im Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) mit Sachverständigen von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite entwickelt und von der Bundesregierung erlassen.Die Ausbildung in der Berufsschule erfolgt auf der Grundlage des Rahmenlehrplans der Kultusministerkonferenz der Länder.

Die Ausbildungsordnung legt fest, dass in der Berufsausbildung sowohl eine breit angelegte berufliche Grundbildung als auch die zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse (berufliche Fachbildung) vermittelt werden müssen.

Die Berufsausbildung hat den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.

§ 1 Absatz 3 Berufsbildungsgesetz:

Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.

Die Ausbildungsvorschriften für die beiden Lernorte des dualen Systems werden parallel entwickelt und inhaltlich miteinander abgestimmt.

Der Zugang zur dualen Ausbildung ist an keinen bestimmten Schulabschluss gebunden und steht grundsätzlich allen offen. Einige Bildungsgänge sind auch für jene Schülerinnen und Schüler möglich, die – aus welchen Gründen auch immer – die 10. Jahrgangsstufe ohne Abschluss beendet, aber ihre zehnjährige Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.[1]

Am Ende der dualen betrieblichen Berufsausbildung steht die Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der jeweils zuständigen Stelle, z. B. der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) oder der Kammern der freien Berufe, wie Ärztekammer oder Steuerberaterkammer.

Nach der Ausbildung bestehen in vielen Ausbildungsberufen gute Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg durch Fortbildung, z. B. zur/zum Meister/-in, Fachwirt/-in, Techniker/-in und Betriebswirt/-in.

Die Höhe der Vergütung in den einzelnen Ausbildungsberufen variiert. Einen Überblick bietet das gemeinsame Tarifregister Berlin/Brandenburg.

www.berlin.de > Politik, Verwaltung, Bürger > Senatsverwaltung > Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen > Arbeit > Tarifregister

Die finanzielle Förderung der Agentur für Arbeit – die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) – wird während einer Berufsausbildung sowie während einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme einschließlich der Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses oder eines gleichwertigen Schulabschlusses geleistet. Auszubildende erhalten Berufsausbildungsbeihilfe, wenn sie während der Berufsausbildung nicht bei den Eltern wohnen.
Sie wird in der Regel nur für die Erstausbildung gewährt.


Bestellung und Download unter:

www.arbeitsagentur.de > Bürgerinnen und Bürger > Ausbildung > finanzielle Hilfen > Berufsausbildungsbeihilfe


[1] Ministerium für Bildung, Jugend und Sport: Nach dem zehnten Schuljahr: Berufliche Schulen, Gymniasiale Oberstufe, Zweiter Bidlungsweg“, S. 5, 21. Auflage, Januar 2011.