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Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt nichts zu beschönigen:
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist auch im Land Brandenburg schwierig. Weil die Wirtschaft weiterhin in konjunkturellen Schwierigkeiten steckt, hält sie sich mit der Ausbildung zurück – in Ost wie in West. Im Osten aber birgt dies auch die Gefahr weiterer Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Gebieten in sich.
Wirtschaft und Politik müssen hier gegenhalten. Das sind wir den Jugendlichen schuldig. Mit dem am 30. Juni 2003 unterzeichneten Brandenburgischen Ausbildungskonsens handeln wir gemeinsam.
Ich bin mir sicher, dass auch alle nicht in diesem Bündnis vertretenen Partner der beruflichen Bildung am gleichen Strang ziehen.
Eine gute und praxisnahe Berufsausbildung ist für die Jugendlichen die Voraussetzung, um im Berufsleben erfolgreich sein zu können. Ohne Ausbildung gibt es kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Brandenburgs Unternehmen wiederum brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, um für die Zukunft gewappnet zu sein.
Derzeit allerdings bewerben sich mehr Schülerinnen und Schüler um betriebliche Ausbildungsplätze als angeboten werden können. Deshalb erhalten jedes Jahr viele junge Brandenburgerinnen und Brandenburger zusätzliche – teilweise außerbetriebliche – Angebote, die aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Denn alle sollen die Chance haben, einen Beruf zu erlernen.
In den nächsten Jahren allerdings wird sich die Situation umkehren: Durch den Geburtenrückgang nach 1990 wird es sehr bald weniger Schulabgänger als Ausbildungsplätze geben. Für die Betriebe und Einrichtungen heißt das: Ein Fachkräftemangel droht, der eine Gefahr für Brandenburgs Wirtschaftsentwicklung ist. Deshalb müssen die Betriebe schon heute an morgen denken und jetzt verstärkt ausbilden.
Nur durch ein breites Bündnis aller Beteiligten kann es gelingen, diese Probleme zu beherrschen. Dazu dient der Brandenburgische Ausbildungskonsens. Er wird getragen von der Landesregierung, den Kammern, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB), dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist es unter anderem, dass
· alle ausbildungswilligen und -fähigen Schulabgänger/innen ein Ausbildungsplatzangebot erhalten,
· alle Brandenburger Betriebe, die ausbilden könnten, auch tatsächlich ausbilden,
· die praxisorientierte Ausbildung, aber auch die schulischen Leistungen an den allgemein bildenden Schulen verbessert werden,
· in der Öffentlichkeit gemeinsam für betriebliche Berufsausbildung geworben wird. Durch diese gemeinsame Aktion soll auch erreicht werden, dass staatliche Eingriffe nicht notwendig werden. Dies erfordert aber den Einsatz von deutlich mehr Unternehmen. Bisher bilden erst 18.000 der 70.000 Brandenburger Betriebe aus, obwohl derzeit 35.000 zur Ausbildung berechtigt sind. Die Kammern engagieren sich stark, damit diese Zahl erhöht werden kann. Zugleich werden mit den Agenturen für Arbeit Vermittlungsbörsen durchgeführt. An vielen Orten im Land Brandenburg finden Ausbildungsbörsen statt, die häufig von der lokalen Presse unterstützt werden. Diese Beispiele zeigen, dass es ein großes überparteiliches Engagement für Ausbildung gibt. Auch diese Broschüre reiht sich ein. In ihr sind verschiedene Wege zur Berufsausbildung dargestellt. Es gibt Tipps und Hinweise für Jugendliche, Unternehmer/innen, Eltern und Lehrer/innen. Die einzelnen Kapitel enthalten Hinweise auf weiterführende Informationsquellen, denn diese Broschüre kann nicht über alle Feinheiten der Berufsausbildung informieren.
Die Partner der beruflichen Bildung wollen Jugendliche, Eltern und Unternehmen für das Thema sensibilisieren. Wir wünschen uns, dass Jugendlichen geholfen wird, den richtigen Ausbildungsplatz zu finden, dass Betriebe und Einrichtungen zusätzliche Plätze zur Verfügung stellen und dass Jugendliche, Eltern und Schule engagiert daran arbeiten, die schulischen Leistungen zu verbessern. Denn diese Leistungen entscheiden in Verbindung mit einer guten beruflichen Ausbildung über Wohl und Wehe im Berufsleben.
Matthias Platzeck Ministerpräsident des Landes Brandenburg
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